Summe
Abschluss · unterschrieben · nicht überprüft
Der Doppelstrich ist die kürzeste Behauptung, die es gibt. Er sagt: hier ist Schluss, das darunter gilt, und alles darüber muss niemand mehr einzeln ansehen. Ein Strich, der so viel kann, wird zu Recht zweimal gezogen.
Die Zahl stimmt. Sie ist auch vollkommen nutzlos, weil man aus ihr keinen einzigen der Posten zurückgewinnen kann.
Das ist die Eigenschaft, um derentwillen Summen gebildet werden: Sie sind nicht umkehrbar. Aus fünfzig folgt nicht, woraus fünfzig bestand. Wer zusammenzählt, macht die Einzelteile unauffindbar, und meistens ist genau das der Auftrag. Man bildet keine Summe, um zu wissen — man bildet sie, um nicht mehr nachsehen zu müssen.
Deshalb steht am Ende jeder Bilanz ein Mensch, der erleichtert ist, obwohl sich nichts geändert hat. Die Erleichterung kommt vom Strich, nicht vom Ergebnis. Ein Strich ist eine Handlung, die aussieht wie ein Abschluss und die man jederzeit ausführen kann, auch mitten in einem Zustand, den man nicht ändern will.
Dasselbe Verfahren findet man am Gipfel: ein Punkt, ab dem niemand mehr fragt, wie der Aufstieg war. Der Gipfel ist der Doppelstrich der Landschaft.
Und wer eine Summe für eine Antwort hält, hat die Frage bereits vergessen — das ist keine Nachlässigkeit, das ist der Zweck der Übung.
Es gibt allerdings Spalten, unter die kein Strich passt, weil sie nicht aufhören. Man erkennt sie daran, dass der Buchhalter irgendwann das Blatt wechselt und nie wieder aufhört, Blätter zu wechseln.