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Gewinnen

Die unangenehmere der beiden Möglichkeiten.

Gemälde: eine Gruppe rastet auf kahlem Fels am Berggipfel, einige sitzen und liegen im Gras, ein Mann steht am Rand und blickt über hintereinandergestaffelte Bergketten in eine tiefstehende Sonne.
Der Augenblick danach Sie sind oben. Einer steht und schaut, die übrigen haben sich hingesetzt und packen aus. Von hier führt jeder Weg nach unten, und es wird bald kühl.

Verlieren hat den unschätzbaren Vorteil, dass danach nichts kommt. Man räumt ab, man ist enttäuscht, man ist fertig. Gewinnen dagegen ist keine Endstation, sondern eine Aufforderung: Wer einmal gewonnen hat, muss erklären, was er als Nächstes vorhat, und trägt außerdem einen Gegenstand nach Hause, für den in der Wohnung kein Platz vorgesehen war.

Deshalb wird der Sieg so oft knapp verfehlt, und zwar mit einer Präzision, die man Zufall nur nennen kann, wenn man nicht genau hinsieht. Es gibt Menschen, die über Jahre hinweg mit erstaunlicher Zuverlässigkeit Zweiter werden, und sie sind entspannter als alle anderen im Raum.

Wer trotzdem gewinnt, steht anschließend ganz oben, und oben ist es bekanntlich klein, windig und ohne Sitzgelegenheit. Von dort führt jeder Weg nach unten. Das ist keine Metapher, das ist Geometrie. Auf dem Blatt weiter oben sieht man die Arbeitsteilung: einer steht und blickt, alle übrigen haben sich hingesetzt und essen.

Die zweite Folge ist schlimmer: Man wird wach. Ein Sieg lässt sich nicht verschlafen, er verlangt, dass man aufsteht, das Licht anmacht und feststellt, dass es Dienstag ist und die Sache damit erledigt. Viele legen sich an dieser Stelle wieder hin und nennen es Bescheidenheit.

SiegerKein PreisAnwesenheitspflicht