fünf Finger, kein Aufsichtsrat
Hand
Sie hat schon zugegriffen. Der Kühlschrank stand offen, das Stück Käse lag da, und irgendwo weiter oben tagte noch eine Kommission zur Frage, ob man um diese Uhrzeit überhaupt. Die Kommission tagt gründlich. Die Hand hat inzwischen abgeräumt.
Der Beschluss kommt hinterher und stellt sich so hin, als sei er vorher dagewesen. Das ist die eigentliche Leistung: nicht das Greifen, sondern die nachträgliche Behauptung, man habe es gewollt. Die Hand widerspricht nicht. Sie hat nichts davon, recht zu behalten.
Im Spiel heißt so etwas ein Zug, und dort gilt er als gemacht, sobald die Finger loslassen. Es gibt Menschen, die daraus gelernt haben und ihre Hand länger auf der Figur liegen lassen. Sie haben damit nichts gewonnen außer Zeit, in der sie sich weiter für frei halten dürfen.
Alles, was die Hand berührt, meldet sie ohnehin nicht selbst. Sie ist nur der Antrieb; berichtet wird von der Haut, in einer Sprache aus Wärme, Widerstand und Staub, die niemand übersetzen muss.
Und wenn Sie jetzt denken, das ließe sich abstellen, dann prüfen Sie das bitte gleich hier. Nicht später. Später ist ein anderes Zimmer, und dort wohnt jemand, der Sie nicht kennt.
Die Hand ist nie zu spät. Sie ist nur eher fertig als die Erklärung, warum sie das durfte.