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Knie

Es weiß das Wetter. Nicht ungefähr, sondern vor dem Himmel, und es teilt das Ergebnis mit, indem es zieht. Eine Begründung liefert es nicht; es hält Begründungen für eine Sache der oberen Etage.

Bemerkenswert daran ist nicht die Vorhersage, sondern ihr Zeitpunkt. Das Knie meldet den Regen an einem Nachmittag, an dem es blau ist und alle in Hemdsärmeln draußen sitzen. Deshalb glaubt man ihm nicht und stellt für morgen nichts um. Am nächsten Tag regnet es, und man nennt das Zufall, weil die Alternative unangenehm wäre.

Das Knie ist außerdem das einzige Gelenk mit ausgeprägtem Gedächtnis für Bauwerke. Es kennt jede Treppe, die Sie je zu schnell genommen haben, und rechnet ab, wenn es passt — nie am selben Tag, immer bei Gelegenheit.

Man kann sich vor ihm nicht rechtfertigen. Es verhandelt nicht, es knirscht. Wer versucht, ihm gut zuzureden, spricht mit einem Scharnier, das die Sprache nur vom Hörensagen kennt.

Und wenn es kalt wird, meldet sich vor dem Knie noch etwas anderes, das eher friert als jedes Thermometer und dabei die Grenze markiert, an der Sie aufhören: die dünne Stelle ganz außen.

Länglicher Splitter aus hellem Stein, die Vorderseite glatt geschliffen, die Ränder gebrochen; am unteren Rand steht in roter Farbe eine Inventarnummer.
Ein Knie, aus dem alles herausgebrochen ist außer der Wölbung. Es sagt nichts mehr an, aber es hat auch nichts zurückgenommen.
Ölstudie: weiße und dunkelgraue Wolkentürme vor blauem Himmel, unten ein schmaler Streifen Land und ein rosa Lichtstreifen. Schmales Aquarell: blaugraue Wolkenbänder über blassem Papier, ganz unten zwei rote Streifen dicht über dem Horizont.
Zwei Nachmittage, die als schön gelten. Das Knie hat bei beiden widersprochen und behielt in einem Fall recht, was reicht.

Ein Körperteil, das recht behält, ohne je etwas behauptet zu haben. Damit ist es allen Wetterdiensten überlegen und jeder Diskussion entzogen.