Zentrum · hier ist das Wasser tief
Kopfsturm
„Die unendliche Realität eines endlichen Traums"
Stell Dir eine kleine mit Palmen bewachsene Insel, mit einem wunderschönen Sandstrand im Pazifik vor. Die Insel ist von einem weitem tiefem Meer umgeben, auf dem sich bis zum Horizont Wellen tummeln. Auf der Insel ist ein schiffbrüchiger Forscher gestrandet, wohl wissend, dass es im Umkreis von 10000 Kilometern kein Land bis auf diese Insel, mit diesem einem Forscher gibt.
Er schreit so laut er kann. Der blaue Himmel und die türkise See tragen seine Rufe fort, bis er aufgibt zu schreien, als sich der Himmel anfängt zu verdunkeln und der Wind lauter weht. Als die monströsen Wolken den Himmel schwärzen und der Sturm zu brüllen beginnt, versinkt die Insel im Meer. Der Forscher klammert sich mit aller Kraft an ein Holzstück. Er hat Angst, Wolken verdecken die Szene, die Wellen klatschen über seinem Kopf zusammen. Er schreit um Hilfe, so laut er kann. Kein Mensch, der ihn hören könnte, der Wind so laut, verschluckt seine Schreie und wirft sie ihm wieder entgegen.
Stundenlang tobt der Sturm, dann ist er weg. Der Forscher erwacht treibend aus seiner Ohnmacht, an sein Holzstück geklammert, umgeben von blauem Meer, das sich leicht wellt. Der Himmel ist Wolkenlos blau und die Sonne knallt ihm quälend heiß auf den Rücken. Er *KOTZT*. Sein Gesicht ist weiß und seine Hände zittern. Er hatte einen Traum. Ihm träumte, er ist noch immer auf dem Meer und der Sturm tobt.
Der Donner grollt und er ist am Ende. Mit letzter Kraft versucht er sich noch ein letztes Mal auf das rettende Stück zu ziehen, bevor er sich mit einem letzten Seufzer gleiten lässt. Der Lärm verstummt, Kälte hüllt den Forscher ein. Er lässt sich einfach nach unten in die tiefe gleiten. Immer weiter und tiefer in die Leere.
Als er merkt, dass er atmen kann, erwacht er sanft liegend am weißem Strand einer kleinen mit Palmen bewachsenen Insel auf der niemand lebt, während sich der Himmel verdunkelt.
Ende · „Der Traum vom Sturm"
Sechs Stürme, alle älter als dieser Text, alle von Leuten gemalt, die ihn nicht kannten. Man kann daraus schließen, dass die Geschichte nicht besonders originell ist. Man kann auch schließen, dass sie stimmt.
Es ist eine Geschichte eines Menschen der aus einem Albtraum erwacht!
Doch statt die Chance des erwacht seins zu nutzen…
…bettet er sich um zu weiter zu träumen
Drei Zeilen, und darin steckt alles: die Rettung wird angeboten, die Rettung wird bemerkt, die Rettung wird höflich abgelehnt. Der Weg zurück in den Traum ist offen. Er war nie zu. Das ist sein ganzer Trick. Nach oben ginge es auch, dorthin, wo die Luft dünn wird und man alles glaubt.
„einem weitem tiefem Meer" · „am weißem Strand" — die Fehler bleiben stehen. Wer im Sturm schreibt, dekliniert nicht.