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Luft

Oben ist weniger davon da, und was da ist, ist von einer Klarheit, die man für Einsicht hält.

Der Vorgang ist gut beschrieben. Bei Sauerstoffmangel wird der Mensch nicht zweifelnd, sondern zuversichtlich. Er fühlt sich leicht, er fasst Entschlüsse, er versteht sein Leben in einem einzigen Satz und findet den Satz außerdem gelungen. Alles, was er in dieser Höhe glaubt, glaubt er vollständig.

Aquarell auf getöntem Papier: ein sehr breiter, flacher Himmelsstreifen mit blassblauen und grauen Wolken, darunter mehrere rötliche Bänder dicht über dem Horizont.
Jemand hat sich hingesetzt und nichts gemalt als das

Das Unangenehme daran ist nicht der Irrtum. Das Unangenehme ist, wie wenig sich von innen unterscheiden lässt, ob man klar sieht oder ob einem nur der Atem fehlt. Beides fühlt sich hervorragend an. Nur eines davon hält bis morgen.

Wer hier eine Offenbarung hat, sollte sie aufschreiben und tausend Meter tiefer noch einmal lesen. Meistens steht dort ein Vorsatz, den man schon kannte, und ein Wort, das nach irgendwohin zeigt.

Und dann steht man trotzdem weiter, weil es nicht mehr weit ist. Der Gipfel ist sichtbar, seit Stunden, in dieser Luft ist alles sichtbar, auch das, was noch drei Stunden entfernt ist.

Druck fällt · Zuversicht steigt · kein Zusammenhang behauptet