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Zylinder · fünf Stifte · Profil geändert

Schloss

Fünf Stifte, fünf Federn, eine einzige Höhenfolge, bei der sich alles auf der Trennlinie trifft. Ein Schloss ist keine Sperre. Es ist eine sehr kleine, sehr genaue Frage, auf die es genau eine Antwort gibt.

Sie ist beantwortet worden, jahrelang, jeden Abend. Dann kam der Wasserschaden, und mit ihm ein Mann, der den Zylinder in vier Minuten gewechselt hat. Die Frage lautet seitdem anders. Niemand hat es für nötig gehalten, das durchzusagen, weil es aus Sicht des Hauses keine Änderung war, sondern eine Reparatur.

Was Sie hören, wenn Sie es dennoch versuchen, ist ein kurzes, trockenes Klacken auf etwa einem Millimeter Weg. Es ist das ehrlichste Geräusch im ganzen Gebäude. Es sagt: nicht das falsche Haus, nicht die falsche Tür, nur das falsche Jahr.

Von hier führt der Gang weiter, an dessen Ende Türen stehen, die noch nie abgeschlossen waren, weil sie nichts zu verbergen hatten. Wer lieber einen weniger geplanten Weg nimmt: die Wand hat einen Riss, und Risse sind nicht abschließbar. Und dann gibt es noch die Möglichkeit, die man am häufigsten wählt und am seltensten so nennt — aufgeben.

Im Kasten neben der Tür liegen drei Teile, die niemand wegwirft, weil sie einmal zu etwas gehört haben.

Geschmiedete Schlossplatte mit durchbrochenem Blattwerk und einem Schlüsselloch, auf eine Holztür geschraubt; darunter ein waagerechter Riegel.
Teil 1Das Blech sitzt noch. Die Frage dahinter ist ausgetauscht worden.
Langer, stark korrodierter Eisenstab mit kleinem Widerhaken am einen und umgebogenem Ende am anderen.
Teil 2Hat einmal irgendwo gepasst. Mehr steht über ihn nicht fest.
Bleistiftzeichnung auf bräunlichem Papier: der Griff eines Schlüssels mit gerolltem Rankenwerk, darunter Schaft und gestufter Bart; unten eine Notiz in Handschrift.
Teil 3Ein Entwurf. Der Bart wird gezeichnet, bevor feststeht, welches Schloss kommt.

Schließversuche 1 · Ergebnis unverändert