Heizung
Nachts klickt sie. Dreimal, dann Ruhe, dann noch einmal. Sie haben sich daran gewöhnt, wie man sich an ein Tier gewöhnt, das im Haus wohnt, keine Miete zahlt und nie erklärt, warum es aufsteht.
Sie ist das einzige Ding hier unten, das arbeitet. Sie hat einen Plan, sie hält ihn ein, sie fragt niemanden um Erlaubnis. Damit hat sie mehr Struktur im Tagesablauf als das gesamte Erdgeschoss, und sie macht daraus keine Persönlichkeit.
Wenn sie gluckert, ist Luft im Rohr. Jedes System, das lange genug läuft, sammelt Luft an Stellen, an denen Wasser sein sollte. Man hört es zwei Winter lang und dreht dann im dritten das Ventil auf, und es zischt, und danach ist es wieder still und warm, als hätte man nie etwas versäumt.
Geht sie aus, hört man das nicht. Man hört, dass etwas fehlt, und braucht eine Weile, bis man begreift, dass es ein Atem war. Das Rohr führt durch die Wand und ist drüben noch warm; Wärme ist keine Menge, sondern eine Dauer.
klick · klick · klick · · · klick