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Heizung

Nachts klickt sie. Dreimal, dann Ruhe, dann noch einmal. Sie haben sich daran gewöhnt, wie man sich an ein Tier gewöhnt, das im Haus wohnt, keine Miete zahlt und nie erklärt, warum es aufsteht.

Sie ist das einzige Ding hier unten, das arbeitet. Sie hat einen Plan, sie hält ihn ein, sie fragt niemanden um Erlaubnis. Damit hat sie mehr Struktur im Tagesablauf als das gesamte Erdgeschoss, und sie macht daraus keine Persönlichkeit.

Aquarell: eine niedrige Fabrikanlage als dunkle Silhouette vor einem flachen Horizont. Zwei hohe Schlote stoßen dunklen Rauch aus, ein kleinerer weißen Dampf. Der Himmel ist ockerfarben und grau gestreift, im Vordergrund liegt eine helle Wasserfläche.
Irgendwo läuft immer etwas, das niemand ansieht. Der Rauch ist der einzige Bericht, den es abgibt, und er ist nicht an Sie gerichtet.
Aquarell: verschneite Hinterhöfe mit Schuppen, Bretterzäunen, Schornsteinen und kahlen Bäumen. Im Vordergrund liegt ein abgelegter Nadelbaum mit orangefarbenen Fäden im Schnee, dahinter ziehen blaue Stiftlinien die Schneewehen nach.
Das ist die Lage, für die sie zuständig ist. Gesehen hat sie davon nie etwas; sie arbeitet nach Zahlen, nicht nach Wetter.

Wenn sie gluckert, ist Luft im Rohr. Jedes System, das lange genug läuft, sammelt Luft an Stellen, an denen Wasser sein sollte. Man hört es zwei Winter lang und dreht dann im dritten das Ventil auf, und es zischt, und danach ist es wieder still und warm, als hätte man nie etwas versäumt.

Geht sie aus, hört man das nicht. Man hört, dass etwas fehlt, und braucht eine Weile, bis man begreift, dass es ein Atem war. Das Rohr führt durch die Wand und ist drüben noch warm; Wärme ist keine Menge, sondern eine Dauer.

klick · klick · klick · · · klick