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Keller

zwölf grad, ganzjährig

Sieben Stufen, dann die Tür, die klemmt, und danach eine Luft, die überall gleich riecht: nach kaltem Stein und einer Sache, die einmal nass war. Der Keller ist der einzige Raum im Haus, der nicht behauptet, eingerichtet zu sein.

Schmiedeeisernes Schlossblech mit Schlüsselloch und durchbrochenem Blattwerk, auf eine Holztür genagelt; darunter liegt ein waagerechter Riegel.
Das Schloss ist die aufwendigste Arbeit im ganzen Geschoss. Dahinter liegt nichts, was jemand stehlen würde.

Alles hier haben Sie selbst heruntergetragen. Nichts ist von allein gekommen. Jeder Gegenstand hatte seinen Moment, in dem Sie entschieden haben: nicht wegwerfen, aber auch nicht oben behalten. Der Keller ist das Archiv dieser einen Entscheidung, und es ist ein sehr vollständiges Archiv.

Bemalte Holzkiste mit Hieroglyphen in Blau und Ocker; der abgenommene Deckel schwebt an Metallstangen darüber, im Inneren stehen kleine Gefäße mit menschen- und tierköpfigen Verschlüssen.
Jemand hat den Deckel angehoben und ihn nicht wieder zugemacht. Seither steht alles offen und niemand nimmt etwas heraus.

Man nennt das lagern. Lagern heißt: aufheben für später. Es gibt hier unten nichts, für das ein Später vorgesehen wäre. Es gibt nur Dinge, deren Ablehnung noch nicht rechtskräftig ist.

Studie in Kreide und Aquarell auf braunem Papier: eine Leiter lehnt links an der Wand, daneben ein großes Speichenrad über einem Gestell, rechts hängt eine Kette herab; der Hintergrund verliert sich im Dunkeln.
Eine Leiter, ein Rad, eine Kette. Alles davon war einmal für etwas zuständig, und niemand kann mehr sagen, wofür.

Hinten unter der Decke hängt der Kasten mit den Sicherungen, hoch genug, dass Kinder nicht drankommen, und damit hoch genug für alle. Vorn steht eine Kiste, die bei jedem Umzug mitkommt. Und dort, wo Sie hereingekommen sind, geht die Treppe weiter, obwohl sie hier eigentlich zu Ende sein müsste.