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Licht aus

Der Schalter ist unten. Der Raum ist unverändert: gleiche Maße, gleiche Gegenstände, gleiche Ecke rechts. Verändert hat sich nur, wer darin steht.

Die Netzhaut braucht etwa zwanzig Minuten, bis sie im Dunkeln brauchbar wird. Niemand wartet zwanzig Minuten. Man tastet nach der Wand, findet sie zu früh, stößt sich, und berichtet später, es sei stockdunkel gewesen.

Sehr dunkle Radierung eines Innenraums, in dem nur wenige Stellen Licht abbekommen. Ein bärtiger alter Mann kniet mit einem Kind auf den Armen, rechts sitzt eine Gestalt in reich gemustertem Gewand, dahinter steht eine Figur mit hohem Kopfschmuck neben einem hohen Leuchterstab. Die Ränder verlieren sich im Schwarz.
So viel Bild ist tatsächlich vorhanden. Der Rest ist ebenfalls vorhanden, nur nicht für Sie.

Ohne Licht stimmt der Grundriss nicht mehr. Der Raum wird größer, und die Kanten rücken näher, und zwar beides gleichzeitig. Ihr Kopf verwaltet diesen Widerspruch ohne Beschwerde und wird dabei bemerkenswert erfinderisch — er tut alles, damit alles bleibt, wie er es kennt.

Das Auge arbeitet weiter, ohne Material, und liefert Bilder, für die es keine Grundlage gibt. Der Kasten mit der Sicherung ist drei Schritte nach links, das wissen Sie inzwischen. Oder Sie machen keinen der drei Schritte und gehen irgendwohin, was im Dunkeln ohnehin der Normalfall ist.

Sehr feine Federzeichnung auf getöntem Papier: ein Mädchenkopf im Profil nach links, das Haar unter einem hinten verknoteten Tuch, das Gewand nur in dünnen Umrissen angelegt. Am linken Bildrand ragt ein schmaler Stab herein.
Ein Gesicht, das gerade noch geht. Die Hälfte davon macht Ihr Kopf, und er verlangt kein Honorar.

geschätzte anpassungszeit: zwanzig minuten