Rest
Posten ohne Zuordnung · nicht buchbar · bleibt liegen
Jede Teilung erzeugt einen Rest, und keine Rechnung sieht ihn vor. Sieben durch drei ist zwei, und dann steht da noch eins, für das die Aufgabe keine Verwendung hat. In der Schule schreibt man es klein hinter das Ergebnis und macht weiter. Im Leben schreibt man es gar nicht hin.
Die letzte Ziffer ist die einzige in der ganzen Aufgabe, die niemand bestellt hat.
Der Rest ist nicht der Fehler. Er ist der Teil der Wirklichkeit, der sich weigert, in die Absicht zu passen. Man erkennt ihn daran, dass er im Nachhinein auftaucht und dass alle so tun, als sei er eine Kleinigkeit. Kleinigkeiten sind Reste mit guter Presse.
| Posten | Anteil | Summe |
|---|---|---|
| Erste Person | 2 h 00 | 2 h 00 |
| Zweite Person | 2 h 00 | 4 h 00 |
| Dritte Person | 2 h 00 | 6 h 00 |
| Nicht zuteilbar | 0 h 41 | 6 h 41 |
Einundvierzig Minuten. Zu wenig, um etwas anzufangen, zu viel, um sie zu übersehen. Es sind immer diese einundvierzig Minuten, in denen die Leute beschließen, morgen richtig durchzustarten. Der Rest ist der natürliche Lebensraum des Vorsatzes, weil er der einzige Zeitraum ist, in dem nichts von einem verlangt wird.
Was man mit Resten macht, weiß jedes Haus: man trägt sie hinunter. Im Keller steht alles, was bei einer Teilung übrig blieb, ordentlich beschriftet und seit Jahren unangetastet. Wer wissen will, wie eine Rechnung wirklich aufging, sieht dort nach und nicht im Ergebnis.
Man kann von hier aus nachsehen, an welcher Stelle die Linie gezogen wurde, aus der dieser Posten hervorging — oder man lässt sich vom Übriggebliebenen weitertragen, was ungefähr dasselbe Verfahren ist, nur ehrlicher beschriftet.