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Uhr

Sie haben eben auf die Uhr gesehen. Nicht, um zu erfahren, wie spät es ist — das wussten Sie ungefähr. Sondern um festzustellen, ob sich das Anfangen noch lohnt.

Die Antwort fällt zuverlässig aus. Es ist immer entweder zu spät für den Beginn oder zu früh für den Schluss. Dazwischen liegt ein Fenster von etwa vier Minuten, und in diesen vier Minuten sieht man auf die Uhr.

Übliche Ablesungen und ihre Auslegung
StandAuslegung
09:47Vor zehn fängt man nichts Großes an.
11:52Gleich Mittag. Danach mit frischem Kopf.
14:10Das Loch. Bekanntlich unbrauchbar.
16:38Lohnt sich nicht mehr für so kurz.
22:04Morgen. Ganz früh. Wirklich.

Der Zeiger dreht sich hier, ob Sie hinsehen oder nicht. Das unterscheidet ihn von fast allem übrigen in diesem Haus, und es ist auch schon sein ganzes Verdienst.

Quadratische Messingplatte: römische Ziffern auf einem Halbkreis, feine Strahlenlinien zur Mitte, oben gravierte Schriftzeilen, in den Ecken gravierte Ranken; in der Mitte zwei kleine aufrechte Metallstücke.
Gerät I · SchattenwurfJemand hat die Aufforderung, endlich anzufangen, gleich mit eingraviert. Sie steht seither da und wird gelesen wie das Wetter: zur Kenntnis genommen.
Aufgeklappte Taschenuhr: im Deckel eine gemalte Reiterszene, auf dem Zifferblatt römische Ziffern um ein gemaltes Landschaftsbild, das Gehäuse vergoldet und hellblau emailliert.
Gerät II · FederzugMitten im Zifferblatt ein kleines Landschaftsbild. Man kann also schon beim Nachsehen woanders sein.
Schwarzweißfotografie einer hohen Sanduhr: in einem durchbrochenen Metallgestell stehen mehrere bauchige Glaskolben übereinander.
Gerät III · RieselwerkDas einzige Gerät, das man umdrehen kann, wenn das Ergebnis nicht passt. Es wird oft umgedreht.
Radierung: ein alter Mann mit hoher Pelzmütze und langem Bart hält eine Sanduhr in der erhobenen Hand, die andere Hand liegt auf einer Tischkante.
Gerät IV · BedienungHält sie hoch, sieht hinein, sagt nichts. Das ist der vollständige Vorgang.

Wenn Sie ihn eine Weile beobachtet haben, geht es längst nicht mehr um die Uhrzeit, sondern ums Warten. Wer bemerkt, dass er nur noch hinsieht, hat ein Problem mit dem Auge und keines mit dem Gerät. Und wer weder das eine noch das andere will, geht irgendwohin, wo nichts angezeigt wird.