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Viele

Es gibt einen exakten Punkt, an dem der Mensch aufhört zu unterscheiden, und er liegt tiefer, als jeder von sich glaubt. Bis vier erfassen Sie eine Menge, ohne zu zählen: Sie sehen drei Gläser und wissen drei. Ab fünf sehen Sie Gläser. Die Zahl entsteht dann nicht mehr im Blick, sondern in einem zweiten, langsameren Vorgang, den man sich sparen kann und den sich fast alle sparen.

Von da an heißt alles gleich. Fünf Termine und dreißig Termine heißen beide viel zu tun. Sieben Tote und siebentausend heißen beide eine Katastrophe. Das ist keine Gleichgültigkeit, das ist die Werkseinstellung.

  1. 1 | Erfasst ohne Zählen. Ein Gegenstand hat noch einen Namen.
  2. 2 | | Erfasst ohne Zählen. Ein Verhältnis entsteht.
  3. 3 | | | Erfasst ohne Zählen. Man beginnt, den mittleren zu bevorzugen.
  4. 4 | | | | Gerade noch. Bei schlechtem Licht schon nicht mehr.
  5. 5 | | | | | Hier setzt der zweite Vorgang ein. Die meisten setzen ihn aus.
  6. 6 | | | | | | „Ein paar."
  7. 9 | | | | | | | | | „Ein paar."
  8. 40 | | | | … „Viele."
  9. 4000 | | … „Viele."

Unterscheidungsgrenze · zwischen vier und fünf

Sechs Bilder · beim Weiterscrollen werden es scheinbar mehr

Kupferstich: eine nackte Gestalt steht erhöht auf einem Felsen unter hohen Bäumen und hebt beide Arme, davor sitzt und liegt eine dichte Gruppe von Zuhörern, im Hintergrund ein Berg.
Einer spricht, der Rest ist Publikum. Ab welcher Zahl das kippt, steht in der Liste weiter oben.
Bleistiftzeichnung: in einer Säulenhalle beugen sich viele Menschen in weiten Röcken und Mänteln über herumliegende Kleidungsstücke; in der Mitte steht ein Mann mit Zylinder aufrecht da.
Der Mann mit dem Hut steht still und ist dadurch der Einzige, den man zählen kann.
Zeichnung auf aufgeklebtem Papier: etwa zwanzig einzeln ausgeführte Fliegen verteilen sich über eine leere Fläche, unten links ein fein gezeichnetes Spinnennetz.
Hier hat jemand jede Fliege einzeln gezeichnet. Man sieht es dem Blatt nicht an, und das ist der ganze Befund.
Gouache auf hellem Papier: neun Insekten in verschiedenen Größen einzeln über das Blatt verteilt, darunter eine große grüne Zikade mit gemusterten Flügeln, ein roter Käfer und ein Bockkäfer mit langen Fühlern.
Neun Stück, mit Abstand gesetzt, damit man sie noch auseinanderhalten kann. Der Abstand ist die eigentliche Leistung.
Bruchstück einer bemalten Decke: zahlreiche blaugraue Vögel mit ausgebreiteten Flügeln fliegen in dieselbe Richtung über ockerfarbenem Grund, oben ein Streifen mit Rosettenmuster.
Alle fliegen in dieselbe Richtung. Man muss annehmen, dass das nicht besprochen war.
Bleistiftskizze: eine schwere Gestalt in weitem Mantel steigt eine steile Leiter zu einer Dachluke hinauf, unten halten eine Frau mit Kerze und ein Kind inne; darunter eine handschriftliche Zeile.
Die einzige vernünftige Reaktion: hinaufsteigen und von oben zusehen. Kostet eine Leiter.

Die sechs Bilder oben sind noch dieselben sechs. Es sind nur mehr in eine Zeile gegangen, und ab einer bestimmten Breite haben Sie aufgehört nachzusehen, welches welches ist. Das ist kein Vorwurf. Es ist die Werkseinstellung von weiter oben, im Betrieb zu besichtigen.

Wer die Menge nicht mehr auseinanderhält, hört auch die Einzelnen darin nicht mehr. Vier Leute reden miteinander; ab fünf entsteht ein Chor, und ein Chor hat nur noch eine Meinung. Das ist der Grund, warum niemand eine Menschenmenge überzeugen muss. Sie ist bereits einer Meinung, sobald sie eine Menge ist.

Dasselbe gilt für alles Kleinteilige. Man kann Körner zählen, bis man merkt, dass es Staub ist; ab da hat man kein Wort mehr für den Unterschied zwischen viel und mehr.

Und wenn Sie eine Menge doch aufteilen, bleibt regelmäßig etwas übrig, das in keine der Portionen passt. Dieses Übrige ist der einzige Teil der Rechnung, der nie geplant war.