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Instrument · Skala offen · kein Nullpunkt

Zeit

Zeit wird behandelt, als wäre sie ein Stoff. Man hat keine, man nimmt sie sich, man verliert sie, man schenkt sie her. Kein anderer Stoff benimmt sich so. Wer kein Mehl hat, backt nicht und behauptet dabei nicht, das Mehl sei ihm davongelaufen.

Als Stoff taugt sie trotzdem für genau eine Sache: Aufschub. Man braucht nichts weiter dazu. Eine Absicht, ein Verb im Futur, und schon steht das Möbelstück da, auf das man sich legen kann. Es hält jahrzehntelang und muss nie repariert werden.

Abgelesen wird:
der Abstand zwischen zwei Strichen.
Er ist überall gleich groß. Das ist eine Angabe über das Gerät, nicht über den Nachmittag.

Was Sie eigentlich messen wollten, war vermutlich nicht die Zeit, sondern die Dauer, und dafür ist dieses Gerät nicht gebaut. Wer wissen will, wieviel noch fehlt, bekommt eine Zahl, und Zahlen beruhigen, weil sie aufhören. Nur eine hört nicht auf, sie heißt unendlich, und sie steht auf keiner Skala, weil kein Strich sie erreicht.

Sanduhr in verziertem Gehäuse, Sand zur Hälfte durchgelaufen.
SanduhrMisst genau eine Menge und muss dann umgedreht werden. Ehrlichstes Gerät der Reihe.
Sonnenuhr aus Metall mit eingravierter Stundenskala.
SonnenuhrFunktioniert nur bei gutem Wetter. Alle anderen sind da schon weiter.
Hohe Standuhr aus Holz mit Zifferblatt im Kopf.
StanduhrZu schwer zum Mitnehmen. Deshalb steht sie im Flur und meint alle.
Vergoldete trommelförmige Tischuhr mit durchbrochener Kuppel und Zifferblatt auf der Oberseite.
TischuhrKlein genug, um sie umzudrehen, wenn die Zahl nicht passt.